Partnerfeuerwehr der Ortsfeuerwehr

EINER FÜR ALLE, ALLE FÜR EINEN! So lautet nicht nur der Wahlspruch der deutschen, sondern auch der österreichischen Feuerwehren. Doch dieses ist nicht die einzige Gemeinsamkeit zwischen den Feuerwehren beider Länder.

Eine gemeinsame Sprache, Kultur und die hoheitliche Aufgabe anderen in der Not helfen zu wollen, haben in den letzten Jahrzehnten dazu beigetragen, die freundschaftlichen Verbindungen zwischen der Freiwilligen Feuerwehr Stadl-Paura und der Freiwilligen Feuerwehr Krähenwinkel zu festigen und permanent weiter auszubauen.

Seit nunmehr 125 Jahren verfolgen die Kameraden der FF. Stadl-Paura dieses Ziel und seit 42 Jahren nehmen die Kameraden der FF. Krähenwinkel, wenn auch aus der Ferne, an den Geschehnissen teil.

Wie alles begann
Freiwillige Feuerwehr Stadl-PauraWir schreiben das Jahr 1965. Die Bahnstrecke Sattledt – Rohr stellt den Betrieb ein. Das historische Kurhaus in Ischl wird durch einen Großbrand fast völlig zerstört.

In München wird mit dem Bau der ersten städtischen U-Bahn nach dem Krieg begonnen und im niedersächsichen Krähenwinkel brechen 5 Feuerwehrkameraden unter Leitung des damaligen Brandmeisters (Kommandanten) Heinrich Thürnau zu einer langen Reise nach Tirol auf. In der Tasche eine Einladung zum Jubiläumsfest der Freiwilligen Feuerwehr Kirchbichl.

Im Rahmen dieser Feierlichkeiten wurden alle Kommandanten zu einem gemeinsamen Mittagessen geladen. Während im Wirtshaus gegessen wurde, geschah es. Draußen vor der Tür defilierten die einzelnen Abordnungen der Feuerwehren vorbei. Eine dieser Abordnungen fiel dem deutschen Feuerwehrkommandanten durch den gekonnten Stechschritt auf. Dieses nahm Heinrich Thürnau zum Anlass, mehr über diese tolle Truppe zu erfahren.

Erste Kontakte
Freiwillige Feuerwehr Stadl-PauraSchnell stand fest, dass es sich bei der Truppe um die Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr aus dem oberösterreichischen Stadl-Paura unter Führung ihres damaligen Kommandanten Alfred Grassinger handelte.

So wurden in diesen Tagen erste Kontakte geknüpft und man ging mit dem Versprechen auseinander diese nicht abreißen zu lassen.

Über 2 Jahre wurden Briefe ausgetauscht und eine Vielzahl von Telefonaten geführt.

Dann 1967 war es soweit. Eine Abordnung aus Stadl-Paura besuchte die damals noch selbstständige Gemeinde Krähenwinkel. Der Grundstein war gelegt.

Offizielle Partnerschaft...
Im Jahr 1974 haben die Marktgemeinde Stadl-Paura und die Gemeinde Krähenwinkel durch entsprechende Gemeindebeschlüsse, die offizielle Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden beschlossen. Eine Tatsache auf die beide Feuerwehren als Urheber besonders stolz sind. Stolz können wir auch darauf sein, dass der Grundgedanke dieser Partnerschaft auch von bisherigen und jetzigen Kommandanten der beiden Feuerwehren weiter gefördert und mit Leben erfüllt wurde.

Es waren in dieser Zeit auf Stadlinger Seite die Kommandanten Grassinger, Geyerhofer, Mistlberger, Franzelin, Oberroitmayr und Stockhammer sowie auf Krähenwinkeler Seite die Kommandanten Thürnau, Wittchen und Ajrumow. So geschied es auch, dass im Wechsel von zwei Jahren regelmäßige, gegenseitige Besuche der Feuerwehrmitglieder und deren Angehöriger erfolgen.

Dabei gestalten sich die Programmabläufe auf beiden Seiten immer schwieriger. Was haben die Stadlinger noch nicht gesehen? Was können wir den Krähenwinkler noch zeigen? Letztlich egal. Es gibt immer etwas zu erzählen oder zu erleben und es dürfte sich bisher keiner gelangweilt haben.

…und Freundschaft! Mittlerweile sind aus den vorstehend beschriebenen „turnusgemäßen“ Treffen auch persönliche Freundschaften entstanden. Die moderne Kommunikation via Internet und Flüge von Salzburg nach Hannover zu Taxipreisen, machen auch unterjährige Treffen möglich. Und so kommt es im Einzelnen auch vor, dass man sich mehrmals im Jahr trifft.

Wichtig erscheint nur, dass auch die nächste Generation an die Partnerschaft zwischen den beiden Feuerwehren herangeführt wird. Jedes „neue“ Gesicht ist in Krähenwinkel herzlich willkommen. Denn nur die Jugend ist ein Garant für das Fortbestehen dieser intakten Partnerschaft.

Kaltenweide findet urkundliche Erwähnung erstmals 1255 mit der Siedlung Wagenzelle, die im 15. Jahrhundert Kaltenweide zugeordnet wird. Die Ortswehr Kaltenweide wurde 1934 gegründet und gehört seit der Gebietsreform 1974 als nördlichster Ortsteil zur Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Langenhagen. Kaltenweide grenzt an die Wedemark und die Gemeinde Isernhagen.

Die Flughafenstadt Langenhagen zählt ca. 53000 Einwohner und ist nördlich der Landeshauptstadt Hannover vorgelagert. Neben der Kernstadt Langenhagen zählen die Ortsteile Godshorn, Engelbostel, Schulenburg, Krähenwinkel und Kaltenweide zur Stadtfeuerwehr.

Kaltenweide erstreckt sich auf einer Fläche von 22,26 km², noch einmal unterteilt in mehrere kleine Siedlungen. Zurzeit leben hier ca. 7500 Einwohner.

Die Ortswehr Kaltenweide hat 55 aktive Mitglieder. 16 Mädchen und Jungen werden in der Jugendfeuerwehr auf ihren aktiven Dienst vorbereitet. 15 Angehörige hat die Altersabteilung und 116 fördernde Mitglieder unterstützen die Ortswehr.

Die Ortswehr Kaltenweide ist als Stützpunktfeuerwehr ausgerüstet und fährt ca. 50 Einsätze im Jahr. Geführt wird sie von Ortsbrandmeister Ralf Dankenbring und seinem Stellvertreter Björn Raccur.

Einsatzschwerpunkt bildet der Autobahnabschnitt der A352 Flughafen bis Mellendorf. Weitere Gefahrenpunkte sind ein großes Wald und Moorgebiet sowie Industriebetriebe. Alle 14 Tage findet ein zweistündiger Ausbildungsdienst statt, der von weiteren Sonderdiensten ergänzt wird. Einige Kameraden engagieren sich auf Stadtebene im Gefahrgutzug und beim Betriebspersonal des ELW II, der hier stationiert ist. Durch eine umfangreiche technische Ausstattung und motivierte Mitglieder ist die Feuerwehr Kaltenweide in der Lage, schnelle Hilfe in allen Einsatzlagen zu leisten. Getreu dem Motto unsere Vorväter, Gott zur Ehr dem nächsten zur Wehr.