Sonderaufgaben Godshorn 


Sonderaufgaben Godshorn

AB-San

Im Jahre 2006 beschaffte die Flughafen-/Werkfeuerwehr Hannover einen Abrollbehälter Rettungsdienst (AB-Rettung). Hintergrund waren die Forderungen seitens des Rettungsdienstträgers, bei Großschadenslagen mit einem Massenanfall von Verletzten (ManV) eine zeitnahe Erstversorgung der Patienten sicherzustellen.

Die DIN 13050:2009-02 definiert einen ManV als einen Notfall mit einer größeren Anzahl von Verletzten oder Erkrankten sowie anderen Geschädigten oder Betroffenen, der mit der vorhandenen und einsetzbaren Vorhaltung des Rettungsdienstes aus dem Rettungsdienstbereich nicht versorgt werden kann. Das ManV-Konzept der Region Hannover legt folgende Abstufungen fest:

ManV 1 > 5 Verletzte
ManV 2 > 20 Verletzte
ManV 3 > 50 Verletzte
Manv 4 > 200 Verletzte

Der Abrollbehälter ist seit dem ständig auf einem Wechselladerfahrzeug (WLF) – Florian Ronne 95-80 - aufgesattelt. Das WLF ist mit mindestens einem Mitarbeiter der WF Airport besetzt, sodass eine 24 stündige Einsatzbereitschaft sichergestellt werden kann.

Im Jahre 2014 wurden die Anforderungen an die Ausstattung des AB-Rettung in Absprache mit dem Rettungsdienstträger angepasst. Die bis dato vorgehaltenen vier Intensivplätze wurden aus dem Konzept herausgenommen. Die Beladung umfasst daher medizinische Ausstattung für bis zu 50 Patienten. Außerdem werden drei aufblasbare Schnelleinsatzzelte mitgeführt, um Patienten wetter- und sichtgeschützt in einer ersten Sichtung erfassen und behandeln zu können. Durch die drei Zelte entstehen innerhalb kürzester Zeit 100 Quadratmeter überdachte und beheizbare Fläche.

In einer Wachabteilung versehen mindestens 20 Mitarbeiter ihren Dienst. Dieser geringen Personaldecke ist es geschuldet, dass die Flughafenfeuerwehr im Falle eines Flugunfalles am Airport personell nicht in der Lage ist, die Zelte aufzubauen, einzurichten und zu betreiben. Die technische Betreuung und den Aufbau der „Zeltstadt“ wird durch die Feuerwehr der Stadt Langenhagen in Gestalt der Ortsfeuerwehr Godshorn sichergestellt. In regelmäßig stattfindenden Diensten werden der Aufbau und die Einrichtung der Zelte durch die Mitglieder der Ortsfeuerwehr Godshorn (Betriebspersonal) geübt.





Messzug

Der Gerätewagen-Messtechnik (GW-Mess) dient zum Nachweis und Dokumentation von vielen Gefahrstoffen. Hierzu verfügt der GW-Mess über eine umfangreiche Ausrüstung. Mit der Ersatzbeschaffung des neuen Gw-Mess wurden zwei neue Mehrgasmessgeräte zur Konzentrationsmessung beschafft. Nun können mit einer Messung die Konzentrationen von Kohlenmonoxid und Schwefelwasserstoff, Sauerstoff und die untere Explosionsgrenze gemessen und eventuelle Absperrgrenzen festgelegt werden. Neben dem oben genannten Gasen können Gefahrstoffe und deren Konzentration in der Umgebungslust mittels Prüfröchen ermittelt werden.

1. Aufspüren von gefährlichen Stoffen
Beim Aufspüren von gefährlichen Stoffen dienen die Prüfröhrchen hauptsächlich zum Festlegen von gefährderten Bereiche. Als Mittel der Lageerkundung sollen vornehmlich Rauchgase und auslaufende Flüssigkeiten auf ihr Gefahrenpotential untersucht und weniger bestimmte Stoffe nachgewiesen werden.

2. Identifizierung von unbekannten Stoffen
Das Identifizieren von unbekannten Stoffen ist die komplizierteste und in der Realität kaum mögliche Variante eines Prüfröhrcheneinsatzes. Anhand eines speziellen Prüfschemas müssen über mehrere Prüfschritte hin, die chemischen Eigenschaften des Stoffes so eingegrenzt werden, daß Rückschlüsse über mögliche Taktiken oder den Stoff selber gezogen werden können.

3. Bestätigung von bekannten Stoffen
Diese Einsatzvariante von Prüfröhrchen wird angewendet, wenn bestimmte Stoffinformationen durch Beschriftung oder Kennzeichnung vorhanden sind. Bestimmte weiterführende Einsatzhandlungen benötigen Gewißheit darüber, ob die Kennzeichnung richtig ist oder nicht. Besonders bei Altlasten kann nicht immer davon ausgegangen werden. Sollte keine andere Informationsbestätigung möglich sein, kann diese Variante angewendet werden.

4. Qualitativer und quantitativer Nachweis von bekannten Stoffen
Der qualitative und quantitative Nachweis von bekannten Stoffen mittels Prüfröhrchen, kommt zur Anwendung wenn der Stoff 100 %ig identifiziert ist (z.B. Chlorgasausbruch Schwimmhalle) In dem bestimmten Bereich wird nur dieser Stoff gelagert und es können mit dem entsprechenden Röhrchen Konzentrationsmessungen vorgenommen werden, ohne der Gefahr von Querempfindlichkeiten ausgesetzt zu sein.





Rettungstrupp

Die für einen Atemschutzeinsatz maßgebende Feuerwehrdienstvorschrift 7 (FwDV 7) regelt, dass beim Einsatz von Atemschutztrupps mindestens ein Sicherheitstrupp (Mindeststärke Truppführer und –mann) bereit stehen muss. In Abhängigkeit der einsatzbezogenen Risiken kann es erforderlich sein, die Stärke des Sicherheitstrupps anzupassen und zu erhöhen. Insbesondere bei größeren Einsatzlagen (Tunnel, Keller) kann eine Anpassung der Truppstärke erforderlich sein. Die Sicherheitstrupps sind jedoch nur mit normalen Atemschutzgeräten ausgerüstet. Die 6 l/300 bar Atemluftflaschen des Atemschutzgerätes ermöglichen eine Einsatzzeit von 20 bis 30 Minuten – abhängig von dem individuellen Luftverbrauch des Trägers.

Die Rettung eines verunfallten Atemschutzgeräteträgers ist in jeder Hinsicht – physisch und psychisch – anstrengend und belastend. Die bisher nach der FwDV 7 vorgehaltenen Sicherheitstrupp sind dieser Aufgabe, bedingt durch die begrenzte Ausrüstung, nicht im vollem Umfang gewachsen. Im Jahr 2014 wurde deshalb das Rettungstrupp-Konzept auf Stadtebene etabliert.

Das Konzept zur Notfallrettung im Atemschutzeinsatz dient als Ergänzung des vorgeschriebenen Sicherheitstrupps. Die Rettungstrupps sind in den Ortsfeuerwehren Godshorn, Krähenwinkel und Langenhagen aufgebaut worden. Ab der zweiten Alarmstufe wird der Rettungstrupp Godshorn bei Bränden in Engelbostel und Schulenburg automatisch alarmiert.

Alle drei Rettungstrupps verfügen über die gleichen Materialien und die Mitglieder eine einheitliche Zusatzausbildung. Im Einsatz werden von den drei Mitgliedern des Rettungstrupps Zwei-Flaschen-Atemschutzgeräte verwendet. Mit der zweiten Atemluftflasche verdoppelt sich nunmehr die Einsatzzeit gegenüber der eines Sicherheitstrupps. Zum schnellen Auffinden einer Person und zur besseren Orientierung in verqualmten Abschnitten wird stets eine Wärmebildkamera mitgeführt.

Beim Erreichen des verunfallten Atemschutzgeräteträgers wird dessen Zustand durch den Rettungstrupp eingeschätzt. Nach dem Bodycheck wird das Atemschutzgerät des Verunfallten abgeschnallt und die Luftversorgung an die Atemluftflasche, die in einer Rettungstasche vom Rettungstrupp transportiert wird, angeschlossen. Im Anschluss wird der Verunfallte schnellst möglich gerettet.

Der Godshorner Rettungstrupp übt regelmäßig das schnelle Auffinden von Personen, die Arbeit auch unter Nullsicht (Umstecken der Luftversorgung) und das Darstellen der Einsatzlage über die Funkgespräche der anderen Trupps. Die Gerätschaften sind auf dem Mannschaftstransportfahrzeug gelagert.